Lene

Die Hebamme tippte auf Sonntag, den 4. Oktober und am frühen Morgen erhielt sie tatsächlich eine Nachricht von der werdenden Zweitmama. Wehen spürte sie noch nicht. „Mal hier und da ein Ziepen oder drücken, aber das kann auch das Kind sein“, schrieb sie. Doch unsicher war sie, ob sie Fruchtwasser verliert. Immer mal tröpfchenweise. Der Check am Mittag gab Entwarnung. Kein Fruchtwasser. Also weiter machen mit dem entspannten Sonntag, dachte sie. Am Abend dann aber doch noch eine Nachricht. Diesmal wegen wehenartigen Ziehen. Die Wehenapp riet beim zweiten Kind und ihrem jetzigen Rhythmus sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen. Sie selbst entschied sich fürs Waschbecken putzen und wartete bis ihr Gefühl es bestätigte.

 

Gegen 4 Uhr morgens der finale Anruf bei der Hebamme. Sie tigerte in der Küche umher. Ehemann und Hebamme zuschauend. Der Druck nahm zu. Bei einer Muttermundseröffnung von 8 cm und einer prallen Fruchtblase wurde entschieden in den Kreißsaal zu fahren. Nachdem der Babysitter eintraf, fuhren der Audi und das Smartmobil als Kolonne über die Ringautobahn. Laut tönend betrat sie ihren Kreißsaal. Nun ließ sie alles los und gab dem Pressdrang nach. Die Fruchtblase platzte im Stehen. Der Druck zwang sie auf die Knie. In jeder Wehe kamen immer etwas mehr Haare zum Vorschein. Nachdem auch der Körper flutschte, kam von der Mama ein erleichterndes „GEIL“. Um 06.47 am 05.10.20 wurde Lene Marie geboren. Ihre Mama hob sie hoch und legte sich aufs Bett. Nach diesem rasanten Sprint kehrte ihre Wahrnehmung langsam wieder. Ihr wurde bewusst, wie nah sie bei ihrer ersten Geburt gekommen war. Denn auch da schaffte sie es bis zur Pressphase, doch mit dem Steiß vorankam das Baby nicht tiefer und es musste der andere Ausgang genommen werden. Dieses Mal wurde ihr größter Wunsch, vaginal zu gebären wahr und sie konnte hinter beiden Geburten einen Punkt setzen. Du kannst so superstolz auf dich sein. Das hast du so toll gemacht und es ist beeindruckend, wie du das Vertrauen in dich selbst. wieder entdeckt hast. Danke, dass ich wieder dabei sein durfte Am selben Tag ging auch diese Familie zurück ins heimische Wochenbett!

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