Emilia

Am Freitagnachmittag, den 2.10.20, klingelte das Rufbereitschaftshandy. Jedoch nicht wie gewohnt von einer Frau mit Wehen oder einem besorgten Partner, sondern von einer Belegkollegin, die Hilfe brauchte, weil sich zwei Frauen zur selben Zeit gemeldet haben. Zum Glück ging es kapazitätenmäßig, sodass ich ihr aushelfen konnte. Wenige Stunden später lernte ich die besagte Dame kniend und tönend auf ihrem Badezimmerboden kennen. Die Wehen kamen im 3-4 Minutentakt. Sie gab sich dem Wehenflow in der Badewanne hin. Wollte solange wie möglich zu Hause bleiben. Etwas Schwindel trieb sie raus aus der Wanne zurück ins Ehebett. Sie lag auf der Seite, erhielt eine wohltuende Rücken- und Kreuzbeinmassage. Die Zeichenblutung wurde immer mehr. Nachdem auch die Fruchtblase nachgab und klares Fruchtwasser floss, machten wir uns bei 8cm Muttermundseröffnung auf den Weg in den Kreißsaal. Hebamme und werdende Erstmama zusammen im Smartmobil und der werdende Papa im Auto hinterher wie in einer Art Kolonne. Die besagte Hebammenkollegin war auch vor Ort und bereitete bereits den Kreißsaal für uns vor. Da ihre andere Dame sie momentan nicht brauchte, blieb sie bei uns.

 

Eine 2:1 Betreuung. Was für ein Luxus! Die Gebärende verspürte einen Pressdrang und gab diesem nach. Kurze Zeit später reagierte ihr Baby regelmäßig mit den Herztönen und zeigte Stresszeichen. Eine Mikroblutuntersuchung (MBU) gab uns Gewissheit. Alles in Ordnung und es wurde weiter vertönt und in Abwechslung gepresst. Es wurde Zeit geschöpft und das Köpfchen vom Baby kam Millimeter für Millimeter tiefer. Der Hebammenblick immer wieder kritisch blickend auf das CTG. Die Gebärende gab alles, hoch motiviert auch vonseiten ihres tollen Mannes meisterte sie jede Wehe. Das Köpfchen bewegte sich in Zeitlupe, aber es kam tief genug, damit man vaginal helfen konnte. Der Oberarzt wurde erneut informiert aufgrund des CTGs. In Teamarbeit mit Hilfe der Saugglocke gebar sie wenige Wehen später am 3. Oktober, den Tag der Einheit um 2.40 Uhr ihre Tochter Emilia. Mit der Geburt des Kopfes wurde auch das Rätsel „warum“ gelöst. Emilia schaute während der Geburt mit dem Kopf nicht nach unten wie üblich, sondern zur Seite auf Mamas rechten Oberschenkel und machte es damit etwas schwieriger. Aber sie hat trotzdem ihren Weg gefunden- mit Mamas Urkraft, der positiven Energie ihres Vaters, zwei Hebammen und einem kompetenten und emphatischen Oberarztes. Nach vier Stunden ging es auch schon ins heimische Wochenbett. Herzlich willkommen Emilia und mein Glückwunsch an die Eltern. Ihr seit toll!

 

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